Wertschätzung statt Geringschätzung [2001] Auszüge ... »Die Konzentration der Industrie Ist die aktuell zu beobachtende Konzentration der grafischen Industrie ein Nachteil? Keineswegs. Bevor Tankstellen dazu übergehen, während des Tankens kurz mal den aktuellen Bestseller auszudrucken und zu binden – womöglich als »Treueprämie« (nach einem möglichen Fall der Buchpreisbindung) –, sollten innerhalb dieser Industrie doch schon mal die »Ureinwohner« sich des Themas denkbarer Partnerschaften annehmen. Die Zeiten von »Konkurrenz und nichts als Konkurrenz« sind vorbei. Gefragt ist heute die sinnvolle Ergänzung der Nutzung von notwendigen eigenen Investitionen um Partner, die in ähnlicher Lage aber nicht mit den notwendigen Mitteln durch zusätzliche Nutzung der eigenen Investition dieser den Return of Invest und für beide die Marktposition sichern. Dasselbe gilt für Firmen, die die eigene Leistungspalette überdenken und bereinigen, weil die Konzentration auf ihr eigenes Kerngeschäft sich wunderbar mit der vergleichbaren Situation bei einem bislang eher ungeliebten Kollegen verbinden lässt. Voraussetzung solcher Koalitionen ist die gut funktionierende Geschäftsbeziehung in mindestens einem der kombinierten Felder, und damit verbunden, die Integration der Produktionsabläufe. Nur diese nämlich bringen Optimierungspotenzial zur Geltung. Sie basieren auf Vertrauen und Partnerschaft auf der einen,auf integrierten Datenprozessen auf der anderen Seite und erschließen ihr Potenzial durch Öffnung – Öffnung für die Ziele und Notwen- digkeiten des jeweils anderen, durch Abgleich undAbstimmung, Wertschätzung statt Geringschätzung. Hier ist nicht von »Elefantenhochzeiten« die Rede, sondern von enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit. Und selbst diese muss ein Element vertragen, das zwingend zur Vermeidung von Abhängig- keiten einzubauen ist: die Alternative am Markt. Den Gefahren der Konzentration wird nur mit sauberen Verträgen und einer offenen Geschäftspolitik zu begegnen sein. Also: Konzentration der grafischen Industrie: ja! Am besten allerdings eine, auf die man als Auftraggeber ausreichend Einfluss nehmen konnte. Das gelingt vorzugsweise, wenn man es schafft, eine Konkurrenzsituation herzustellen, was nur möglich sein wird, wenn man das Gesetz des Handelns in – den eigenen – Händen hält. Zuviel verlangt?« »... Dabei genügt es auch nicht, digital aufbereitete und strukturierte Inhalte zur Verfügung zu stellen, was für viele leider noch immer eine ungelöste Aufgabe ist, sondern Vermarktungsstrategien zumindest mitgedacht zu haben, wenn man nicht von Anfang an mit vielfältigen Partnern die Produkte gemeinsam entwickelt. Die eher dramatische Erkenntnis in diesem Zusammenhang ist, dass wir heute in den meisten Verlagen in aller Regel mit einem Arbeitsergebnis zufrieden sind, das vermutlich nicht mehr als die Hälfte dessen bein- haltet, was in Zukunft über den Geschäftserfolg derselben Verlage entscheiden wird.« ... Das Ende 2001 erschienene Buch Online-Buchhandel in Deutschland. Die Buchhandelsbranche vor der Herausforderung des Internet von Ulrich Riehm; Carsten Orwat; Bernd Wingert Karlsruhe: Forschungszentrum Karlsruhe 2001, ISBN: 3-923704-36-4 nimmt ausdrücklich Bezug auf diesen Text. Einzelheiten anfordern zurück nach oben