ePublishing ist nicht easy Keineswegs erstaunlich, dass Elektronisches Publizieren plötzlich wieder im Mittel- punkt von Überlegungen von Verlagen steht. Mehr noch, viele haben ohne darüber öffentlich zu sprechen ihre Hausaufgaben gemacht. Sie bieten eine Vielzahl von eProdukten an, die sie nach dem Prinzip XML first auf den Weg bringen. Merkwürdigerweise - oder sollte man besser sagen: typischerweise - nimmt die Diskussion um Erlösmodelle dabei einen großen Raum ein. Dass die Verlage sich auf die neuen Produkte in vielerlei Hinsicht erst mal einstellen müssen, ist eine überfällige Erkenntnis. Das betrifft vor allem ihre überholten Geschäftsmodelle. Tatsache ist ja, dass sie nicht umhin kommen und also andere Rechnungen aufmachen müssen. Bei den jetzt öffentlich diskutierten Kostenpositionen entfallen nicht wenige darauf, sich intern neu aufzustellen und neue Workflows zu organisieren. Das verteilt sich auf längere Sicht auf immer mehr Titel. Das Interesse von Verlags- geschäftsführern muss trotzdem sein vorzubauen, weil allzu viele am Kuchen teilhaben wollen und denken, dass das alles easy zu realisieren ist. Dass es nicht so easy ist, herauszustellen, ist wichtig, weil wesentliche Baustellen z. T. noch nicht einmal aufgemacht worden sind, wie z.B. das zentrale Thema Suchen&Finden, Taxonomien, zukunftsfähige Content-Strukturierung. Ein Satz wie »Um E-Books erfolgreich am Markt zu etablieren, muss der Verlag mindestens den gleichen Deckungsbeitrag erzielen wie beim gedruckten Buch.« ist allerdings wenig hilfreich, das Problem wirklich in den Blick zu bekommen, was es heißt, eBooks erfolgreich am Markt zu etablieren. Das ist nämlich nicht von den Kalkulationskünsten der Verlage abhängig, sondern von marktgerechten Angeboten, die sich vor allem durch schnellen und zuverlässigen Inhalte-Zugang auszeichnen. Wie man dann damit Geld verdienen kann, ist die Frage des Geschäftsmodells, für deren Beantwortung man neue Ideen und Konzepte braucht, da hilft kein Mauern und kein Klagen. Die reale Gefahr, die im Raum steht, ist unverändert, dass andere Spieler - nennen wir sie mal »verlagsfremd«, was Amazon oder Google de facto nicht sind - sich dieser Märkte bemächtigen und die Verlage aus dem Spiel herausfallen, weil sie zu spät erkannt haben, worin die Herausforderung des elektronischen Publizierens tatsäch- lich besteht. zurück