Der Buchmarkt in 5 Jahren — ein Zukunftsszenario Mitte 2002 fragte mich Freund und Weggefährte Rainer Groothuis aus Hamburg, ob ich bereit wäre, in seiner Agentur im Rahmen seiner Vortragsreihe »Zwischen Kopf und Kragen« über die Buchbranche in 5 Jahren zu sprechen. Das geschah dann Anfang 2003. Er hatte erlebt, wie ich 1996 mit der Auffassung allein stand, dass wir uns in den nächsten 5 - 10 Jahren darauf einzurichten haben, »dezentral digital zu drucken«. Heute ist zu konstatieren, dass wir an der Schwelle des Umbruchs zu dieser Entwicklung stehen. Noch kann vom Durchbruch nicht die Rede sein, noch lässt sich nur bedingt festmachen, welche Katalysatoren ihn bewirken werden. Dennoch ist erkennbar, dass zahllose, die Branche heute beutelnden Probleme, durch genau diesen Ansatz zu lösen sind. Die erste konsequente Umsetzung eines solchen Konzeptes wurde in der Kooperation von dtv, der KNO VA und der buch bücher dd ag 2005 realisiert. Weitere Verlage beschäftigen sich intensiv mit dieser Herausforderung. Meine Prognose erstreckte sich auf die gesamte Branche, also auch auf die produzierenden und verteilenden Dienstleister sowie den Handel. Sie basierte darauf, dass die großen »Spieler« am Buchmarkt zu Recht die bedingungslose Kommerzialisierung ihres Geschäftes scheuen und sie nicht selbst aktiv betreiben. Die Frage war und ist, ob die in diese Richtung weisenden von den Handelsriesen ausgehenden Impulse sich mittelfristig durchsetzen. Meine Überzeugung war, dass dieser Fall nicht eintreten wird, da die diskutierten Sachverhalte eine andere Entwicklung nahelegen - wenn die übrigen Beteiligten überleben wollen.* Heute - 2007 - können wir beobachten, wie sehr die Branche von der Herausforderung durch die großen Buch- handelsketten gebeutelt wird, aber auch durch die Ver- fügbarmachung von bis dato geschützt geglaubtem Content im Internet durch internationale, große Spieler wie Amazon, Google und andere. Inzwischen tritt ein Phänomen auf den Plan, das eine völlig neue Dimension von Publizieren entwirft: die Blogs. Während um YouTube oder Flickr noch Copyright-Auseinander- setzungen geführt werden, entwickelt das so genannte Web 2.0 seine eigene Dynamik. Allen, die demgegenüber gern Qualitäts- vorbehalte ins Feld füren, sei Sturgoen's Law in Erinnerung gerufen. Der hatte, als Science-Fiction-Autor interviewt, auf die beklagte Unwahrscheinlichkeit einiger seiner Scopes geantwortet: »Nothing is always absolutely so.« Und bekräftigte auf Nachfragen, da sei doch viel (gedanklicher) Schrott dabei, was später zum erwähnten berühmten Zitat werden sollte: »95% von allem ist Schrott!« Das sagte ich 2003: »Die Buchbranche heutiger Struktur wird es in 5 Jahren nicht mehr geben« Um diese Themenbereiche geht es im einzelnen: Folgende Fragen werden u. a. diskutiert: Folgende Antworten werden gegeben: Die 3 leitenden Prinzipien Die 3 Schlüsselfaktoren Zusammengefasst: »Wir werden kommunizieren und kooperieren.« Download der Original-Präsentation zurück nach oben